Glaubensgeschwister. 1816 – Neubeginn der katholischen Gemeinde in Bremen

Wortmarke Ausstellung GlaubensgeschwisterWortmarke Ausstellung Glaubensgeschwister / © christineklein.nl und emtisomethings.com
Ausstellung GlaubensgeschwisterBild 1 von 6Ausstellung Glaubensgeschwister / © Wolfgang Jordan
Rauchclub Knaster des Katholischen Gesellenvereins, 1904Rauchclub Knaster des Katholischen Gesellenvereins, 1904 / © KGV Bremen, Foto: Wolfgang Jordan
Kommunionsbildchen, frühes 20. JahrhundertKommunionsbildchen, frühes 20. Jahrhundert / © Verlag B. Kühlen, Foto: Wolfgang Jordan
Altarkreuz aus St. JohannAltarkreuz aus St. Johann / © KVG Bremen, Foto: Wolfgang Jordan
Johanniskirche in Bremen, nach 1823Johanniskirche in Bremen, nach 1823 / © KGV Bremen, Foto: Wolfgang Jordan

2016 wurde die katholische Gemeinde in Bremen 200 Jahre alt – ein erfreuliches Jubiläum, das neugierig machen kann. Man mag sich beispielsweise fragen: Was war davor? Warum gerade 1816?

Eine für ein breites Publikum konzipierte Ausstellung wirft nun Schlaglichter auf eine spannende Geschichte. Sie wird in fünf chronologisch aufeinanderfolgende Abschnitte gegliedert:

1. Im ersten Abschnitt geht es um die Anfänge des Christentums in Bremen, veranschaulicht anhand von Willehad und Ansgar; die Stichworte Mission und Klöster fallen. Hier, aber auch an anderen Punkten stellt die Sonderausstellung Bezüge zur Themen und Exponaten der Dauerausstellung des Dom-Museums her. Der erste Abschnitt endet mit der Vorstellung Heinrich von Zütphens als ersten reformatorischen Prediger in Bremen. Hier hält sich die Sonderausstellung zurück: Über die Reformation in Bremen wird 2017 viel zu erfahren sein.

2. Der zweite Abschnitt umfasst Spuren katholischen Lebens in Bremen in der Frühen Neuzeit. Bereits im 17. Jahrhundert gab es wieder katholische Priester in Bremen: Jesuitenmissionare unter dem Dach des kaiserlichen Gesandten, zuletzt im Eschenhof. Schlüsselfigur des Abschnitts ist der Resident Vrints von Treuenfeld.

3. Der dritte Abschnitt ist das Kernstück der Ausstellung: Er veranschaulicht und erklärt den Neuanfang der katholischen Gemeinde in der Umbruchzeit um 1800 (Aufklärung, Franzosenzeit). Das Alte Reich geht unter. Das Verhältnis von Staat und Kirche ändert sich. Auch aus außenpolitischen Gründen übt Bremen religiöse Toleranz. Glaubensfreiheit, Bürgerrechte und damit das Recht, Grund zu erwerben, Handel zu treiben und zu heiraten, sind ab 1807 auch für Katholiken offen (zunächst mit Einschränkungen). Für das katholische Leben in Bremen ist 1816 ein entscheidendes Datum: Die Gemeinde gibt sich eine Verfassung und wählt einen Vorstand. Die Stadt kann ihr nun die Johanniskirche übertragen. Seit 1823 feiern die „katholischen Glaubensgeschwister“ öffentliche Gottesdienste – im Herzen der Stadt. Schlüsselfigur des Abschnitts ist der Kaufmann Joseph Johan Hachez.

4. Der vierte Abschnitt erzählt von der Integration einer immer größeren Zahl von Katholikinnen und Katholiken in das bürgerliche Bremen, vor allem aber in die neuen Industriearbeiterviertel im Bremer Westen. Neue Gemeinden und neue katholische Verbände entstehen. Hier kommen auch Probleme der katholischen Minderheit zur Sprache, etwa bei der staatlichen Anerkennung der Johannisschule oder der Ordensschwestern, die dort, im St. Joseph-Stift oder im Waisenhaus in Walle arbeiteten. Schlüsselfigur des Abschnitts ist der Pastor Dr. Hermann Lange.

5. Der fünfte Abschnitt bietet Einblicke in das katholische Leben in Bremen heute.

Das ökumenische Dom-Museum Bremen war vom 14. September bis 24. November 2016 Veranstaltungsort dieser Ausstellung des Katholischen Büros Bremen. Anschließend war sie vom 11. bis 29. Januar 2017 im Forum am Dom Osnabrück zu sehen.

Es gibt eine Publikation, ein begleitendes Vortragsprogramm und Führungen (Bremen).

Eröffnung im Dom-Museum Bremen: 13. September, 18 Uhr.
Eröffnung im Forum am Dom Osnabrück: 11. Januar, 19.30 Uhr.

Weitere Ausstellungsstationen sind in Planung.

Flyer
Vortragsprogramm
Presseinformationen und Termine
Katholischer Gemeindeverband in Bremen
Dom-Museum, Bremen
Forum am Dom, Osnabrück

buten un binnen Magazin (TV), 13.9.2016
Weserkurier, 13.9.2016
Kreiszeitung, 13.9.2016
Kirchenbote, 6.9.2016
taz, 27.9.2016

©2017 RETROKONZEPTE