Retrokonzepte ist 10 / August 2019 / #6

Kapitel 6: Europäische Begegnungen (2015/17-2018)

Dass in Brüssel ein Haus der Geschichte im Entstehen war, wusste ich, als mein (hoch geschätzter!) Doktorvater Johannes Paulmann Anfang 2015 aus Mainz anrief (Danke!) und von einer Anfrage berichtete: Man war dort auf der Suche nach kurzfristiger fachlicher Unterstützung für die erste Sonderausstellung »Interactions. Centuries of commerce, combat, and creation«, genauer: für den Themenbereich Kämpfen in Europa. Nun sind wir bei RETROKONZEPTE keine wirklich ausgewiesenen Fachleute für Militärgeschichte, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben. Und Ausstellungserfahrung haben wir allemal.

Nachdem Constanze Itzel vom Haus der Europäischen Geschichte das Vertragliche rasch über die Bühne gebracht hat, haben Jens Buttgereit und ich mit Volldampf losgelegt. Schlachten auswählen, über den Tellerrand der deutschen und westeuropäischen Geschichtsschreibung hinausfinden, Entwicklungen in der Kriegsführung überblicken, einen roten Faden entwickeln, Exponate anfragen: In wenigen Wochen hatten wir ein Konzept für den Ausstellungsteil stehen, das nicht nur uns, sondern auch das Kuratorenteam in Belgien überzeugte. Die vielen Kontakte in Europa (Rechercheanfragen in Spanien oder Frankreich, Leihanfragen in Venedig oder Moskau) und die punktuellen Einblicke in eine europäische Kulturinstitution waren eine große Bereicherung. Ab 5. Mai 2017 war die Ausstellung dann für rund ein Jahr zu sehen. (Sonja Kinzler, August 2019)

Das Buchgeschenk des Monats ist leider nicht der Katalog der Ausstellung »Interactions«– davon habe ich nur ein Autorenexemplar, das ich gut festhalte. Wer zuerst mit dem Betreff »International« an kinzler@retrokonzepte.de schreibt, bekommt aber ein Exemplar des Begleitbuchs der kleinen Bremer EINFACH WISSENSWERT-Ausstellung »Forschung international«. Auch schön!

Die Fanpost des Monats geht an Dr. Constanze Itzel, die das Haus der Europäischen Geschichte leitet und es in beeindruckender Weise geschafft hat, ein richtig sehenswertes neues Museum aus dem Boden zu stampfen – und zugleich (!) eine Sonderausstellung (s.o.) umzusetzen. Mit einem erkennbar tüchtigen Team, aber auch mit vielen Perspektiven, die berücksichtigt werden wollen. Und was man in Brüssel seit 2017 zu sehen kriegt, ist viel mehr als der kleinste gemeinsame Nenner. Hinfahren!

Die Spende des Monats geht an EuroNatur.