Retrokonzepte ist 10 / Mai 2019 / #3

Kapitel 3: Barrierefrei ausstellen – das Projekt LeibEigenschaften

Mit der Universität Bremen bin ich seit 2008 verbandelt – in erster Linie durch Lehraufträge in den Fachbereichen 08 und 09. Meist ging es dabei um Museologie oder Ausstellungsanalyse. Es entstanden aber auch Ausstellungen (zu einer Lesezeichensammlung, »Ausplündern und Verwalten«, über einen Bunker). Davon wird noch die Rede sein.

2012 gab es im Bremer Haus der Wissenschaft eine barrierefreie Ausstellung über »Behinderung« in der Vormoderne zu sehen: LeibEigenschaften. Cordula Nolte, die die Creative Uni »homo debilis« leitete, sprach mich als Kuratorin an. Unter einer Vielzahl von Beteiligten waren auch ZwoAcht mit im Boot, mit denen ich gemeinsam im Existenzgründungsprogramm BRUT gewesen war.

LeibEigenschaften war tatsächlich so barrierearm – es gab Leichte Sprache, Tastmodelle, ein Leitsystem, Gebärdenfilme etc. – wie ich bis dato nicht wieder ausstellen konnte. Das ist sehr, sehr schade, vom Abbau von unterschiedlichen Barrieren in Ausstellungen profitieren Alle! Hier ist also noch viel zu tun. (Sonja Kinzler, Mai 2019)

Das Buchgeschenk des Monats: ein Exemplar des Ausstellungskatalogs LeibEigenschaften, herausgegeben mit Cordula Nolte 2012. Er enthält ein Grußwort von Annelie Keil, Informationen zur Ausstellung, Bilder aus der Ausstellung und Aufsätze von den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus dem Projekt »homo debilis«. Wer zuerst mit dem Betreff »LeibEigenschaften» an kinzler@retrokonzepte.de schreibt, bekommt das Buch.

Die Fanpost des Monats geht an Cordula Nolte, Mittelalterprofessorin an der Uni Bremen. Es hat mich einfach beeindruckt, wie unerschrocken sie für LeibEigenschaften so viele Mitwirkende aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammengebracht hat – von der Kunsthochschule bis zum Gehörlosenverband.

Die Spende des Monats geht an die Lebenshilfe Bremen.

Anfang Juni folgt die nächste Geschichte. Schauen Sie wieder rein!